Das Videorating-Verfahren ist deshalb so aufwendig,
weil der Rater jede Regung der von ihm beobachteten
Person sehr genau verfolgen muss, um sie richtig
in das Kategorieschema einzutragen.

Im analogen Verfahren mit Fernseher und Video-
recorder muss der Rater die Handlung erkennen,
das Video anhalten, seinen Stift wieder aufnehmen,
die Handlung eintragen, womöglich das Video ein
Stück zurückspulen und alles beginnt von vorn.


Das Videorating-Verfahren wird in der Psychiatrie einge-
setzt um Situationen zu analysieren, in denen die Anwe-
senheit einer beobachtenden Person stört und objektive
Ergebnisse unmöglich macht. Um auch solche Settings
beobachten zu können wurde das Videorating entwickelt.
Dabei wird die zu beobachtende Situation mit einer Video-
kamera aufgezeichnet und das Videomaterial anschlie
ßend an hand eines zuvor entwickelten Kategorieschemas
analysiert.

In der Regel wird dieses Verfahren mit Hilfe von Videore-
corder, Fernseher und einem Papierbogen
durchgeführt, in
den der Rater jeweils die Handlungen der Patienten
einträgt. Dadurch wird das Verfahren sehr zeit- und perso-
nalintensiv. Außerdem schleichen sich eine Reihe von
möglichen Fehlerquellen ein. Ein Schwerpunkt des visual
rating Projektes lag auf der Verbesserung dieser Situation
und auf der Entwicklung einer Software, mit welcher den
Ratern nicht nur die Arbeit erleichtert wird, sondern auch
einige der Fehlerquellen ausgeschaltet werden. Darüber
hinaus wird das Rating beschleunigt und die Software
erstellt automatisch Visualisierungen der erhobenen Daten
für die Auswertung durch den Psychiater.