Nach einem Jahr der Zusammenarbeit hatte sich
die sehr konkrete Idee einer Internetplattform
herauskristalisiert, die den Kindern sowohl die
Möglichkeit der Kommunikation gab als auch zur
kreativen Beschäftigung anregen sollte.

All das, was sie zuvor ausprobiert hatten, sollten
sie mit der mediazine-Plattform auch können:
Bilder malen, Texte schreiben und Musik machen.

Darüberhinaus erschien es sinnvoll auch
Funktionalitäten für die Psychiater und Schwestern
zu integrieren. Die Familien konnten auf diese Art
und Weise bei Fragen den direkten Kontakt
aufnehmen und auch in der Nachsorge der
Patienten erschien eine Betreuung über das
Internet als sinnvolle Ergänzung.


Während einer einjährigen Zusammenarbeit mit der
Kinder- und Jugendpsychiatrie des Sophien- und
Hufelandklinikum in Weimar wurde zunächst die Arbeit mit
herkömmlichen Medien (digitale Fotokamera, Videokamera
und Audiorekorder) im Klinikkontext untersucht. Der
konzeptuelle Fokus lag dabei auf kleinen Projekten in
denen die Kinder die neuen Medien kreativ zu nutzten und
sowohl gestalterische als auch technische Kompetenzen
entwickelten.

In Gesprächen mit den Ärzten und Schwestern der
Station entstanden Arbeitstrukturen die sowohl Aufschlüsse
über die Medienrezeption der Patienten gaben als auch den
Weg für gemeinsame Forschungsinteressen ebneten. So
wurde deutlich, dass die Klinik Interesse an einer komm-
unikativen Öffnung
des stationären Behandlungssettings
mit Hilfe des Internet hatte. Hierin lag sowohl die Chance
den Kindern den Kontakt zu ihrer häuslichen Umgebung
zumindest teilweise zu erhalten, als auch Patienten nach
ihrer Entlassung die Eingewöhnung durch „virtuellen“
Kontakt zu erleichtern und bei Problemen eingreifen zu
können.